deutscher Oberleutnant und politischer Attentäter; 1921 mit Heinrich Tillessen Mörder des Politikers Matthias Erzberger; ab 1943 Obersturmbannführer der Waffen-SS; 1950 wegen Totschlags zu zwölf Jahren Haft verurteilt, 1952 wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt
* 20. Juli 1893 Saalfeld/Thüringen
† 5. Juni 1979 Eltville/Rhein
Wirken
Heinrich Schulz wurde am 20. Juli 1893 als Sohn eines Arztes in Saalfeld (Thür. geboren. Nach Abschluß der Schulbildung wurde er kaufmännischer Lehrling und bei Ausbruch des l. Weltkrieges Soldat und später Offizier.
Nach dem Zusammenbruch fand er nicht mehr recht in das bürgerliche Leben zurück und suchte wie manche andere ehemalige Offiziere des kaiserlichen Heeres Anschluß an rechts-radikale Gruppen. Gleich ihnen wurde Sch. ein Opfer falschgelenkten Nationalgefühls und als Träger blinden Hasses gegen die Weimarer Republik und ihre Exponenten schließlich zum politischen Mörder.
Sofort nach Kriegsende nahm er zunächst als Angehöriger der "Brigade Ehrhardt" an den Kämpfen in München und Oberschlesien und am Kapp-Putsch teil. Im Jahre 1921 trat er dann der "Organisation Consul" und dem "Germanenorden" einer radikalen nationalistischen Geheimorganisation bei und erhielt wenig später den Befehl, zusammen mit dem fr. Marineoffizier Heinrich Tillessen, den als Führer der deutschen Kommission zu den Waffenstillstands-Verhandlungen im Walde von Compiegne, in nationalistischen Kreisen ...